Padel Regeln einfach erklärt: Aufschlag, Zählung & Wandspiel
Aktualisiert am 2026-07-23
Padel wirkt auf den ersten Blick wie eine Mischung aus Tennis und Squash – und genau das macht die Regeln anfangs verwirrend. Dabei sind sie in wenigen Minuten verstanden. Hier die wichtigsten Regeln kompakt und ohne Regelwerk-Deutsch.
Das Spielfeld
Ein Padel-Court ist 20 Meter lang und 10 Meter breit – deutlich kleiner als ein Tennisplatz – und komplett von Glaswänden und Metallgittern umschlossen. Gespielt wird fast immer Doppel (2 gegen 2), Einzel ist zwar erlaubt, aber in der Praxis die Ausnahme.
Der Court ist durch ein Netz in der Mitte geteilt, davor liegt auf jeder Seite eine Aufschlaglinie – ähnlich wie beim Tennis, nur enger.
Der Aufschlag
Das ist der Punkt, an dem die meisten Anfänger stolpern:
- Der Ball wird unterarmig geschlagen, nie über Kopf.
- Er muss vorher einmal auf dem Boden aufkommen (kein Direktaufschlag wie im Tennis).
- Getroffen wird auf oder unterhalb der Hüfthöhe.
- Aufgeschlagen wird diagonal in das gegnerische Aufschlagfeld, wie im Tennis auch mit Wechsel zwischen linker und rechter Seite nach jedem Punkt.
Ein Aufschlagfehler (zu hoch getroffen, falsches Feld, kein Bodenkontakt vorher) zählt genauso wie im Tennis als Fehlversuch – zwei Fehlversuche kosten den Punkt.
Zählung
Die Zählung ist identisch mit Tennis: 0 – 15 – 30 – 40 – Spiel. Bei 40:40 gibt es Einstand, danach muss ein Team zwei Punkte in Folge gewinnen. Viele Freizeit- und Ligarunden spielen stattdessen den Golden Point: Bei 40:40 entscheidet ein einzelner Punkt, wer das Spiel gewinnt – kein Vorteil, kein langes Hin und Her.
Sätze werden wie im Tennis bis 6 Spiele (mit zwei Spielen Vorsprung) gespielt, bei 6:6 meist ein Tiebreak.
Das Wandspiel – die eigentliche Besonderheit
Hier unterscheidet sich Padel am meisten von Tennis:
- Vor dem Bodenaufprall darf der Ball keine Wand und kein Gitter berühren – tut er das doch, ist er sofort aus. Er muss immer zuerst auf dem eigenen Boden aufkommen.
- Nach dem Bodenaufprall darf der Ball zusätzlich Glaswand oder Metallgitter berühren und bleibt im Spiel – das ist gültig und Teil des taktischen Spiels (viele Punkte werden erst nach einem Wandkontakt entschieden). Anders als oft behauptet, gilt das Gitter im laufenden Ballwechsel genauso wie die Glaswand. Einzige Ausnahme: beim Aufschlag selbst zählt ein Gitterkontakt nach dem Aufprall als Fehler – dort gelten strengere Regeln als im normalen Rally.
- Springt der Ball zweimal auf dem Boden, ist der Punkt vorbei – wie im Tennis.
- Fliegt der Ball nach einem gültigen Bodenaufprall über die Begrenzung nach außen (durch eine Öffnung im Zaun), dürfen die Spieler den Court verlassen und ihn von außen zurückspielen – vorausgesetzt, er ist noch nicht zweimal aufgesprungen und berührt draußen nichts anderes. Das sorgt für die spektakulären Ballrettungen, die man aus Videos kennt.
Volley-Regel am Netz
Direkt am Netz (Volley) gelten dieselben Grundregeln wie im Tennis: Der Ball darf vor dem Bodenkontakt geschlagen werden, aber nicht, solange er noch auf der eigenen Seite aufkommen müsste. Anders als im Tennis ist es aber üblich und taktisch gewollt, nach dem ersten Ballwechsel ans Netz vorzurücken – Padel wird viel mehr am Netz entschieden als vom Grundlinienspiel.
Die 5 häufigsten Anfängerfehler
- Aufschlag über Kopf statt unterarmig – häufigster Regelverstoß bei Tennis-Umsteigern.
- Wandkontakt vor dem Bodenaufprall übersehen und den Punkt fälschlich als "gültig" werten.
- Zu spät ans Netz rücken – taktisch kein Regelfehler, aber der Grund, warum Anfänger gegen erfahrene Doppel meist verlieren.
- Golden Point und klassische Zählung verwechseln – vorher klären, welche Variante gespielt wird.
- Einen gültigen Wandball nicht mehr spielen – aus Unsicherheit lassen viele Anfänger einen Ball liegen, der nach dem Bodenaufprall noch von Glaswand oder Gitter zurückkommt, obwohl er weiter im Spiel ist.
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