DPV-Lizenz & Rangliste erklärt: Was du fürs Turnierspiel brauchst

Aktualisiert am 2026-07-24

Sobald du über den ersten Club-Americano hinaus willst, stolperst du schnell über Begriffe wie "Volllizenz", "GPS 250" oder "Rangliste". Hier die kompakte Erklärung, ohne Verbands-Deutsch.

Erst mal wichtig: Es gibt zwei Turnierserien

Deutschland hat zwei parallele Turnierserien von zwei verschiedenen Verbänden – mit getrennten Ranglisten:

  • GPS – German Padel Series vom Deutschen Padel Verband (DPV). Die größere von beiden, für die Saison 2025/26 waren rund 1.800 Turniere angesetzt.
  • GPT – CERTINA German Padel Tour vom Deutschen Tennis Bund (DTB), seit 2025 von CERTINA gesponsert (davor CUPRA).

Punkte aus der einen Serie zählen für die Rangliste der anderen nicht. Ein GPS 250 und ein GPT 250 sind gleich hoch ausgeschrieben, aber nicht dasselbe Turnier – achte im Turniernamen also aufs Kürzel, nicht nur auf die Zahl.

Brauchst du überhaupt eine Lizenz?

Kommt auf das Turnier an:

  • Lockere Club-Turniere, Americanos, Golden-Court-Events: meist keine Lizenz nötig – das entscheidet der Veranstalter.
  • Offizielle GPS-Turniere und das DPV-Ligasystem (Padel-Bundesliga, Regionalligen): Du brauchst eine Spiellizenz des Deutschen Padel Verbands (DPV).
  • CERTINA German Padel Tour (GPT): weder Lizenz noch Vereinsmitgliedschaft – Schläger und Sportsachen genügen.

Ausnahme bei der GPS: Die neue Einstiegskategorie GPS 50 ist bewusst auch ohne Lizenz spielbar – gedacht für den allerersten Turnierkontakt.

Wenn du also einfach mal Turnierluft schnuppern willst, ohne dich mit 69 € Jahreslizenz festzulegen: Ein GPT-100-Turnier oder ein GPS 50 sind der günstigste Einstieg.

Volllizenz oder Basislizenz?

Der DPV unterscheidet zwei Stufen (Stand 2026, Preise seit 1. Mai 2026):

  • Volllizenz: 69 € pro Jahr, gültig für alle GPS-Turniere und alle Spiele der Padel-Bundesliga/Ligasystem.
  • Basislizenz: 15 € pro Jahr, gedacht für Jugendliche, Freizeitspieler und Turniereinsteiger für ihre ersten 2–3 Turniere. Wichtig: Für Liga-Spiele reicht die Basislizenz nicht – dafür ist die Volllizenz Pflicht.

Die Lizenz gilt genau ein Jahr ab Kaufdatum und wird direkt bei der Turnieranmeldung über RankedIn erworben – kaufst du sie z. B. am 24.7.2026, läuft sie bis 23.7.2027. Bezahlt wird ausschließlich per Kreditkarte, da die Abwicklung über einen externen Anbieter läuft.

Achtung, das ändert sich gerade (Stand August 2026): Der DPV zieht Lizenzen, Konten und Turniere schrittweise in sein eigenes DPV-Portal um. Einen Stichtag gibt es nicht – die GPS-Rahmenausschreibung vom 1. März 2026 nennt RankedIn noch als offizielle Turnierplattform, kündigt den Wechsel während der Saison 2026/27 aber an, und für die Deutsche Padel Liga wird schon ein Konto im DPV-Portal verlangt. Praktisch heißt das: beide Zugänge behalten und vor der Anmeldung in die Ausschreibung des jeweiligen Turniers schauen, wo es läuft.

Was bedeuten GPS 100, GPS 500, GPS 1500?

GPS steht für die German Padel Series, das offizielle Turniersystem, über das national Ranglistenpunkte vergeben werden.

Die Zahl ist keine Niveau-Note, sondern die Punktzahl: Sie sagt, wie viele Ranglistenpunkte das Siegerteam für dieses Turnier bekommt. Wer ein GPS 50 gewinnt, bekommt 50 Punkte; wer ein GPS 1500 gewinnt, bekommt 1500. Weil höhere Punktzahlen entsprechend stärkere Felder anziehen, ist die Zahl gleichzeitig ein guter Indikator für das zu erwartende Spielniveau:

Kategorie Punkte für den Sieg Für wen
GPS 50 50 Kompletter Einstieg, spielbar ohne Lizenz
GPS 100 100 Anfänger ohne Tenniserfahrung
GPS 250 250 Spieler mit erster Turniererfahrung oder sicherer Tennistechnik
GPS 350 350 Fortgeschrittene mit regelmäßiger Turnierpraxis
GPS 500–1000 500–1000 Routinierte Spieler mit längerer Praxis
GPS 1500 1500 Nationale/internationale Elite ("Grand Slams"), mit Preisgeld

Zwei Einschränkungen dazu: Die volle Punktzahl wird nur ausgeschüttet, wenn das Teilnehmerfeld die Mindestanforderungen erfüllt – bei sehr kleinen Feldern kann sich die tatsächlich vergebene Punktzahl reduzieren. Und in den vier kleinsten Kategorien (GPS 50 bis 350) gilt eine Cap-Regel: Die addierten Ranglistenpunkte beider Spieler eines Teams dürfen einen Höchstwert nicht überschreiten, damit starke Paarungen nicht in Einsteigerturnieren mitspielen. Ab GPS 500 fällt diese Grenze weg, das Feld ist offen.

Auf unserer Turnierseite kannst du kommende Turniere direkt nach Serie, Wertungsstufe und Bundesland filtern.

Und die GPT? Die Tour des Tennisbunds

Die CERTINA German Padel Tour ist nach demselben Prinzip aufgebaut – die Zahl im Turniernamen ist die Wertigkeit –, hat aber weniger Stufen und eine eigene Rangliste:

Kategorie Für wen
100 & 250 Einsteiger und Amateure
500 & 1.000 Leistungsorientierte Spieler, mit Preisgeld
Finals (1.500) Saisonabschluss der Tour

Gewertet werden die besten acht Ergebnisse innerhalb eines Jahres. Dabei trennt die Tour zwei Wertungen: Ins Amateur-Ranking zählen Ergebnisse aus den Kategorien 100 und 250, solange du nicht mehr als zwei Turniere der Pro-Kategorie gespielt hast. Ins Pro-Ranking gehen die höherklassigen Turniere (500, 1.000 und Finals) ein.

Die Startgebühr legt der jeweilige Ausrichter fest, gedeckelt auf 25 € outdoor und 30 € indoor pro Person, dazu kommen 5 € Teilnehmergebühr für den DTB. Angemeldet wird bis vier Wochen vor dem Turnier ebenfalls über RankedIn; Turnierkalender und Rangliste der Tour laufen über die DTB-Plattform mypadel.de.

Wie funktioniert die Rangliste?

Nach deinem ersten offiziellen GPS-Match wirst du automatisch mit deiner Punktzahl bei RankedIn geführt – dort läuft bislang die komplette Rangliste des DPV (als von der FIP anerkannter nationaler Verband). Die Platzierung beeinflusst vor allem, gegen wen du in künftigen Turnieren gesetzt wirst, und ob du für höhere GPS-Kategorien zugelassen bist. Auch dieser Bereich wandert gerade ins DPV-Portal; verbindlich ist immer die Plattform, über die dein Turnier ausgeschrieben war – Verbandsregeln und Punktevergabe können sich ohnehin von Saison zu Saison ändern.

Wenn du auf beiden Serien spielst, führst du zwangsläufig zwei Ranglistenstände parallel: einen beim DPV für deine GPS-Ergebnisse, einen im GPT-Ranking der Tour. Das ist kein Fehler, sondern Folge der getrennten Wettbewerbe – vor der Anmeldung lohnt deshalb der Blick, auf welche Wertung ein Turnier einzahlt.

Nächster Schritt

Auf unserer Turnierseite findest du kommende Turniere gefiltert nach Bundesland, Serie und Wertungsstufe, dazu die wichtigsten Antworten zu Liga vs. offenem Turnier. Wenn das Material für den ersten Turniereinsatz noch fehlt: Unser Schläger-Finder empfiehlt in 5 Fragen ein passendes Modell. Wer regelmäßig Turniere spielt, wird eher bei den Schlägern für Fortgeschrittene und im Profi-Segment fündig – jeweils mit tagesaktuellem Preisvergleich.

Brauche ich für jedes Padel-Turnier eine Lizenz?

Nein. Für lockere Club-Turniere, Americanos oder Golden-Court-Events ist meist keine Lizenz nötig. Nur für offizielle GPS-Turniere und das DPV-Ligasystem brauchst du eine Spiellizenz – Ausnahme ist die Einstiegskategorie GPS 50, die auch ohne Lizenz spielbar ist.

Was kostet die DPV-Lizenz?

Die Volllizenz kostet 69 € pro Jahr und gilt für alle GPS-Turniere sowie das Ligasystem. Die Basislizenz kostet 15 € pro Jahr, reicht aber nicht für Liga-Spiele.

Was bedeutet GPS 100 oder GPS 500?

GPS steht für German Padel Series, das offizielle Ranglisten-Turniersystem. Die Zahl ist die Punktzahl, die das Siegerteam für dieses Turnier bekommt: Wer ein GPS 100 gewinnt, erhält 100 Ranglistenpunkte, bei GPS 500 sind es 500. Da höhere Punktzahlen stärkere Felder anziehen, ist die Zahl zugleich ein Indikator fürs Spielniveau – von GPS 50 (Einstieg, ohne Lizenz) bis GPS 1500 (nationale Elite mit Preisgeld). Die volle Punktzahl gibt es nur, wenn das Teilnehmerfeld die Mindestanforderungen erfüllt.

Wie lange gilt die Lizenz?

Genau ein Jahr ab Kaufdatum, erworben direkt bei der Turnieranmeldung über RankedIn.

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